| Der Harz bietet als Mittelgebirge in Norddeutschland ein Netz gut
ausgebauter, bergiger und kurviger Strassen vor abwechslungsreicher Kulisse. Im Innern
ist der Harz eine gewellte Hochfläche (300 - 400 m), wogegen der im Nordwesten gelegene
Oberharz stark zertalt ist (600 - 800 m). Der Brocken bildet mit 1142 m die höchste
Erhebung. Wirtschaftliche Bedeutung hatte der Harz in früheren Jahrhunderten im Bergbau.
Hier wurden Kupfer, Blei und Silber abgebaut. Zeugen einer der ältesten deutschen
Bergwerkstraditionen sind überall noch gegenwärtig. In diesem Motorradparadies trafen
sich bereits im vergangenen Jahr europäische Mitglieder des YZF-R1-Forums zu einem mehrtägigen
Fahrerlebnis. Das Harzmeeting zu wiederholen, war für viele Beteiligten der große Wunsch
für das Jahr 2001. Die Vorbereitungen begannen spät, aber schließlich war Christi
Himmelfahrt die Zeit für ein neues Harztreffen gekommen. Achtzehn Motorradfahrerinnen und
Motorradfahrer aus sechs verschiedenen Ländern (Deutschland, Holland, England, Dänemark,
Norwegen und Schweden) und mit ebenso vielen verschiedenen Nationalitäten folgten diesmal
dem Ruf nach Clausthal-Zellerfeld, um die kurvigen Strassen des Harzes zu erfahren.
Wenigstens sieben Teilnehmer waren neu dabei und machten sogar erstmalig Bekanntschaft
mit den Harz: Trees aus Holland, Geir-Ove, Tommy und Arild (der Lawnboy) aus Norwegen,
Ross aus England, Oscar aus Schweden und Karl (Joker2) aus den USA. Karl hatte das
2000er-Treffen verpaßt, und dies war seine letzte Chance, an einem europäischen
Forum-Treffen teilzunehmen, bevor er wieder in die USA zurückkehren sollte. Die
größte Landsmannschaft bildeten wiederum die Norweger. Das gab dem ganzen Treffen eine
besondere Färbung.
Am gleichen Wochenende traf sich auch die kleine Gruppe des
R1-Yamaha-Clubs.de am Kyffhäuser, einem
Mittelgebirgszug, fünfzehn Kilometer südöstlich vom Harz. Die Strasse von Kelbra hinauf zum Kyffhäuser ist
eine ehemalige Bergrennstrecke und
zeichnet sich durch unzählige enge Kurven und wenige Geraden aus. Nicht wenige
Motorradfahrer meinen, hier an den Wochenenden die Bergrenntradition fortführen zu
müssen.
R1-Andy, der das Kyffhäuser-Treffen vorbereitete, hatte stets den Wunsch
geäußert, daß sich YZF-R1-Forum und R1-Club doch einmal an einem Punkt zusammenfinden
sollten. So verständigten wir uns während der Vorbereitungen darauf, am
Samstagnachmittag die Gelegenheit zu nutzen, uns am Kyffhäuser-Denkmal miteinander
bekanntzumachen.
Das Forum war noch in zwei Gruppen im Harz auf Reisen, während ich mich
vorzeitig auf den Weg nach Kelbra machte. Ich wollte vor den Freunden eintreffen und
genügend Zeit zum Kennenlernen von Nina, Andy, Heele, Gero, Beeetle, Dikki und all den
anderen haben. Bei Beeetle war die Motivationslage ähnlich. Er, dessen XX im Frühjahr an
einem Smart zerschellt war, hatte sich aus Berlin mit seiner roten Knutschkugel
aufgemacht.
Auf der Kyffhäuser-Strecke herrschte sehr reger Ausflugsverkehr, und die
Applauskurven waren gut besetzt. Ich beließ es bei einer Besichtigungsrunde mit Dikki und
wenigen Fotos aus einer Parkbucht. Nach der Mittagspause im Hotel Sachsenhof fuhr der
R1Club auf den "Berg", und wir sammelten uns auf dem Parkplatz unterhalb des
Denkmals.
Die Norweger waren bereits eingetroffen und hatten die Auffahrt auf einem
Video festgehalten. Brendan, John, Ross, Oscar, Joker2 und der Rest der Truppe sollte
jedoch nicht mehr kommen. Ein Autofahrer hatte mit einem unzulässigen Wendemanöver
plötzlich die Strasse versperrt, und Brendan hatte das Pech, nicht mehr rechtzeitig
anhalten bzw. ausweichen zu können. Er war auf den Wagen geprallt und hatte sich eine
Knieverletzung zugezogen.
Ausgerechnet Brendan, dem soviel am Harzmeeting lag! Seine ZX-7R war wegen
der Defektes an der Elektrik nicht betriebsfähig gewesen. So erkundigte sich Brendan kurz
vor dem Treffen von Holland aus nach einem Mietfahrzeug. Aus Deutschland wurden ihm keine
Hoffnungen gemacht. In letzter Minute erhielt er einen entscheidenden Tip und konnte in
Düsseldorf eine Ducati mieten. Die war nun - nach 700 km Fahrleistung - Schrott, und der
ADAC kümmerte sich um den Rücktransport.
Das Treffen auf dem Kyffhäuser war kurz, aber herzlich. Die Norweger
waren schon wieder auf dem Rückweg, als wir noch alle Maschinen zum Foto-Shooting
gruppierten. Anschließend gab es noch eine kleine Ausfahrt. Hinter Stolberg hiess es dann
aber auch für mich, Abschied vom Treffen mit dem R1Club zu nehmen, und ich fuhr nach
Clausthal-Zellerfeld zurück.
Vier Tage im Harz bei schönstem Sommerwetter bescherten mir schöne Fahrerlebnisse in
allen Teilen des Harzes. Ich vergesse auch nicht die gemeinsamen Dinner im Restaurant des
Bergwerkmuseums (das Gemüse der Saison: Spargel und Schinken) und in Calvörs Keller.
Ganz besonders hervorzuheben: der Grillabend im Hof des Hotels "Der kleine
Prinz". Wenn etwas gefehlt hat, dann war es wieder die Zeit. Aber wenn jeder
will, so wird es 2002 ein neues Harztreffen und vielleicht auch ein Wiedersehen mit dem
R1Club geben. |